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Schiffsbauwerke

Baufinanzierungen für Schiffe

Schiffsneubauten von größeren Post-Pananmax-Containerschiffen kosten etwa 100 Millionen Euro. Regelmäßig ist deshalb bereits während der Bauphase eines Seeschiffes eine besicherte Fremdfinanzierung darzustellen. Dabei besteht nicht nur seitens des Bestellers Finanzierungsbedarf, auch die bauausführende Werft benötigt eine anteilige bankseitige Vorfinanzierung ihrer vielfältigen Ausgaben. Der langfristigen Schiffsfinanzierung zeitlich vorgelagert sind somit grundsätzlich die kürzeren, sich nach Schiffstyp sowie Produktivität und Ablaufsteuerung der Werft bemessenden Baufinanzierungen.

Besicherung durch Hypotheken an Schiffsbauwerken

Die aus der Bauzeitfinanzierung resultierenden Forderungen können über eine Hypothek an dem Schiffsbauwerk besichert werden. Als Schiffsbauwerk bezeichnet das Schiffsrechtegesetz (SchiffsRG) das "auf einer Schiffswerft im Bau befindliche Schiff" (§ 76 Absatz 1 SchiffsRG). Die Bestellung der Schiffsbauwerkshypothek ist mit Entstehung des Schiffsbauwerkes möglich, also gemäß § 76 Absatz 2 SchiffsRG, sobald der Kiel für den Neubau gelegt wurde und das Schiffsbauwerk durch Namen oder Nummer an einer bis zum Stapellauf sichtbar bleibenden Stelle deutlich und dauernd gekennzeichnet worden ist.

Die Schiffsbauwerkshypothek erstreckt sich auf den jeweiligen Bauzustand des Neubaus. Da nicht nur für den Werftbetrieb, sondern auch für den Materialeinkauf erhebliche finanzielle Vorleistungen zu erbringen sind, erstreckt sie sich darüber hinaus auf die auf der Bauwerft befindlichen, zum Einbau in das Bauwerk bestimmten und als solche gekennzeichneten Bauteile.

Erforderlich für die Bestellung der Hypothek an dem Schiffsbauwerk ist die Eintragung des Neubaus in das Register für Schiffsbauwerke (§ 77 SchiffsRG). Diese erfolgt gemäß den Vorschriften der Schiffsregisterordnung (§§ 65 ff. Schiffsregisterordnung).

Ermittlung des Deckungswertes

Ist die durch eine Schiffsbauwerkshypothek gesicherte Darlehensforderung gemäß den §§ 21 ff. des Pfandbriefgesetzes als Deckung für einen Schiffspfandbrief vorgesehen, ist als Grundlage für den Schiffbeleihungswert der Zustandswert des Schiffsbauwerkes zu ermitteln. Dieser entspricht dem Bautenstand und ist gemäß den Vorschriften der Schiffsbeleihungswertermittlungsverordnung zu bestimmen. Regelmäßig wird aber erst das fertig gestellte Schiff in Deckung genommen. 
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